Archive for Juni, 2010

“KURIER”-Kommentar von Christian Böhmer: “Radikale Veränderung”

Mittwoch, Juni 16th, 2010

Die Angst vor eMedikation und “gläsernem Patienten” ist unbegründet!

15. Juni 2010 Wien (OTS) – Dem Gesundheitssystem steht eine radikale Veränderung bevor: Mit Jahresende testen die ersten Patienten die eMedikation, das bedeutet: Spital, niedergelassene Ärzte und Apotheken haben erstmals online Zugriff auf alle Präparate, die ein Patient verschrieben bekommt bzw. einnimmt.

Es gibt nachvollziehbare Gründe, diese Vernetzung abzulehnen. So berichten Ärzte von Patienten, die lieber in der Apotheke der nächsten Großstadt einkaufen – muss ja nicht gleich jeder  im Ort wissen, dass man Viagra oder  Antidepressiva schluckt. Doch so nötig der Hinweis auf den Datenschutz  auch ist – bei der eMedikation läuft er ins Leere. Zum einen bleibt Patienten die Wahl: Im Unterschied zu Ärzten und Apotheken können sie sich aussuchen, ob sie das System in Anspruch nehmen oder nicht. Zum anderen bietet die eMedikation großes Potenzial, Therapie-Fehler zu verhindern: Laut einer Studie der Paracelsus Universität schlucken 36 Prozent der über 75-Jährigen Medikamente, die sie nicht benötigen, die Hälfte aller Spitalsaufenthalte in dieser Altersgruppe erfolgt wegen unerwünschter Wirkungen von Präparaten.

Hilft die eMedikation dies zu verbessern, lindert sie übrigens nicht nur Leid – sie spart auch unnötige Kosten.

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Hauptverband startet Testbetrieb für e-Medikation

Mittwoch, Juni 16th, 2010

Wechselwirkungen einfach, sicher und schnell vermeiden!

15. Juni 2010 Wien (OTS) – Mit einem hochkarätig besetzten Symposium hat der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger den Startschuss für das Projekt e-Medikation gesetzt. Zunächst werden in einem Pilotbetrieb in drei Regionen (Reutte/Zams, Wels-Grieskirchen, Wien-Donaustadt) Ärzte, Apotheken, Spitäler und Patienten freiwillig teilnehmen: Dabei wird erprobt, wie der online-Check von verschriebenen Arzneimitteln auf Wechselwirkungen mit rezeptfreien Arzneimitteln, die der betroffene Patient einnimmt, in der Praxis funktioniert. Ziel ist es, nach erfolgreichem Testbetrieb das System auf ganz Österreich auszudehnen und mittelfristig die Zahl von gesundheitlichen Schäden durch unerkannte Wechselwirkungen spürbar zu vermindern. Die technische Basis dafür bildet das hoch sichere e-card-System, wobei die persönlichen Arzneimitteldaten nicht auf der e-card selbst, sondern in einem Arzneimittelkonto gespeichert werden. Die e-card selbst dient dabei als Zugangs-Schlüssel zu den Arzneimitteldaten des Patienten.

Dieses Ziel, modernste Technologie im Interesse der Versicherten einzusetzen, zog sich als roter Faden durch die Statements der Referenten aus den unterschiedlichsten eingebundenen Fachgebieten. Dr. Hans Jörg Schelling, Vorsitzender des Verbandsvorstandes im Hauptverband: “Es geht nicht darum, Ängste zu schüren oder zu verunsichern. Sondern es geht darum, möglichst jedes Restrisiko in Sachen Wechselwirkungen auszuschalten. e-Medikation ist ein Service, das im Zusammenspiel mit Arzt-, Krankenhaus- oder Apothekensoftware Prüfungen von Verschreibungen auf mögliche Wechselwirkungen und Mehrfachverordnungen erlaubt. Prüfungen sind dabei binnen Sekunden und österreichweit mit einem einheitlichen Ergebnis möglich. Und diese Prüfungen auf Wechselwirkungen und Mehrfachverordnungen erfolgen  - entsprechend den Vorgaben für die Verarbeitung von sensiblen Daten – sicher, weil sie nicht über das Internet erfolgen, sondern über das sichere und nur für berechtigte Teilnehmer nutzbare Gesundheitsinformationsnetz. Mit der Einführung des e-card-Systems hat sich der Hauptverband auch öffentlich sichtbar als Motor des österreichischen Gesundheitswesens gezeigt. Diese Rolle wollen wir weiterhin einnehmen – im Interesse der Versicherten und damit der gesamten Gesellschaft.”

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