„Die Abgabe des Arzneimittels ist der Anfang und nicht das Ende der Medikation“ (Charles D. Hepler)
Pharmazeutische Betreuung ist die konsequente Wahrnehmung der Mitverantwortlichkeit des Apothekers bei der Arzneimitteltherapie mit dem Ziel, bestimmte therapeutische Ergebnisse zu erreichen, die die gesundheitsbezogene Lebensqualität des Patienten verbessern (Schöfer,Schulz,1993). Es handelt sich dabei um die Umschreibung eines Konzeptes, das die Fähigkeiten des Arztes wie auch des Apothekers in die Therapie einbezieht.
Die Entscheidungsbefugnis des Arztes in Bezug auf die Anwendung von Pharmazeutika soll im Zuge dessen jedoch keinesfalls durch den Apotheker in Frage gestellt oder sogar eingeschränkt werden. Vielmehr fungiert der Eingriff des Apothekers unterstützend, um zu einem für den Patienten verbesserten Therapieergebnis zu führen. Dabei erstreckt sich die Kompetenz weit über die schlichte Abgabe von Arzneimitteln hinaus und fokussiert vielmehr die Bedeutung einer kompetenten Beratung und Information des Patienten. Vor allem bei sogenannten Eigendiagnosen ist der Wert einer fachlichen Betreuung unersetzlich, um Fehleinschätzungen und falsche Medikation mit OTC-Produkten zu verhindern.
Das Problem bei der Zusammenarbeit von Arzt und Apotheker liegt jedoch mittlerweile nicht mehr bei fehlender Verständigung zwischen beiden Parteien. Gesetzliche Vorschriften wie z. B. eine aut-idem-Regelung vermindern deutlich die Entscheidungsfindung des Apothekers bei RX-Produkten. Hier entscheidet primär der Preis des jeweiligen Produktes, wodurch fast ausschlieβlich Generika verabreicht werden können. Dabei ist fraglich, inwieweit die Qualität des Präparats hinter dem Preis zurückstecken muss.
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